Handwerker müssen sich selbst schützen

Baustellenleuchte

OLG Hamm: Der Bauherr haftet nicht für jeden Unfall auf der Baustelle

(Beschluss OLG Hamm vom 21.02.2014 –  11 W 15/14)

Aber wie sieht es aus, wenn ein Handwerker im Rahmen seines eigenen Tätigkeitsbereiches einen Unfall hat?

Das OLG Hamm hat entschieden, dass der Bauherr nicht haftet, wenn der beauftragte Handwerker, der Dacharbeiten durchführen soll, sich und das Dach nicht richtig absichert und deshalb vom Dach stürzt.

Fall:
Der Bauherr ließ vom Antragsteller (Handwerker) eine Photovoltaik-Anlage auf einem Hallendach montieren. Im Randbereich der Dachflächen befanden sich Lichtfelder aus transparentem Plastik. Diese waren durch den Bauherren nicht abgesichert worden. Während der Arbeiten trat der Handwerker auf eines der Lichtfelder und verletzte sich dabei schwer. Der Handwerker forderte Schadensersatz vom Bauherren und Schmerzensgeld, weil der Bauherr keine Anweisung zur Absicherung der Lichtfelder gegeben habe und somit seine als Bauherr obliegende Verkehrssicherungspflicht verletzt habe.

Das OLG Hamm: Der Handwerker hat keinen Anspruch auf Schadensersatz

Zwar habe der Bauherr grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht, jedoch sei er nicht verpflichtet, dem die Dacharbeiten ausführenden Handwerker dazu anzuweisen, Sicherungsmaßnahmen auf dem Dach zu ergreifen.  Der Handwerker sei Fachmann auf dem Gebiet und sei bei der Ausführung seiner Arbeiten mit den Gefahren selbst vertraut. Der Bauherr dürfe darauf vertrauen, dass der Handwerker die Gefahr, die von den Lichtfeldern ausgehe, selbst erkennt.
Der Bauherr müsse den Handwerker auch nicht anhalten, Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen oder ihn dazu anhalten, sich besonders vorsichtig zu bewegen. Dafür sei der Fachmann auch selbst verantwortlich.

Die eigene Sicherheit bei der Ausführung beauftragten Arbeiten muss der Handwerker selbst sicherstellen.

 

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