Konkludente Abnahme

Bauplan mit Zirkel und Bleistift

Eine Abnahme kann nicht nur ausdrücklich, sondern auch konkludent, d.h. durch schlüssiges Verhalten des Auftraggebers erklärt werden. Von einer konkludenten Abnahme in diesem Sinne ist immer dann auszugehen, wenn der Auftraggeber gegenüber dem Auftragnehmer zu erkennen gibt, dass er dessen Werk als im Wesentlichen vertragsgemäß billigt.

Dabei muss der Abnahmewille des Auftraggebers gegenüber dem Auftragnehmer eindeutig zum Ausdruck kommen. Bei Architektenleistungen kann eine solche konkludente Abnahme darin liegen , dass der Bauherr nach Fertigstellung der Leistung und nach Ablauf einer angemessenen Prüffrist und nach Bezug des fertiggestellten Bauwerks keine Mängel des Architektenwerks rügt (vgl. BGHZ 83, 181, 189). In einem neueren Urteil hat der Bundesgerichtshof diese Rechtsprechung noch einmal bestätigt und konkretisiert: Von einer (konkludenten) Abnahme des Architektenwerks kann dann ausgegangen werden, wenn der Besteller nach Fertigstellung der Leistungen, dem Bezug des fertiggestellten Bauwerks und nach Ablauf einer Prüfungsfrist von 6 Monaten keine Mängel des Architektenwerks rügt (BGH, Urteil vom 26.09.2013, VII ZR 220/12).

Um dieses Ergebnis aus Sicht eines Bauherrn zu vermeiden, sollte im Architektenvertrag eine förmliche Abnahme vereinbart werden, wovon später allerdings auch nicht mehr abgerückt werden sollte. Damit wäre für beide Seiten Rechtssicherheit verbunden und würde spätere Diskussionen, die in der Regel nur Zeit und Geld kosten, vermeiden.

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