Mangel bei Helligkeitsunterschied von Dielen

Mann bei der Verlegung von Dielen

Mangel bei Helligkeitsunterschied von Dielen – kein Anspruch bei dennoch durchgeführter Verlegung

(OLG Naumburg vom 27.09.2013 – 10 U 9/13) 

Fall:

Der Baustoffhändler liefert dem Bauherrn Terrassendielen des vereinbarten Farbtons Palisander, jedoch aus zwei unterschiedlichen Produktions-Chargen nebst Kleinmaterial für deren Montage. In den einbezogenen AGB des Baustoffhändlers ist eine Untersuchungspflicht unverzüglich nach Anlieferung niedergelegt. Bereits zu Beginn der Verlegung durch den von ihm beauftragten Handwerker fallen dem Bauherrn Helligkeitsabweichungen zwischen den 35 Dielen der einen und den 45 Dielen der anderen Produktions-Charge auf. Nach Abschluss der Verlege-Arbeiten tritt er vom Kaufvertrag zurück und fordert Rückerstattung des Kaufpreises Zug-um-Zug gegen Rücknahme der Dielen.

Ohne Erfolg, so die Entscheidung. Das Gericht hat einen Sachmangel wegen der Abweichungen in der Helligkeit und des daraus entstehenden uneinheitlichen Erscheinungsbilds der Terrassendielen zwar bejaht, den teilweisen Kaufpreisrückerstattungsanspruch sowie einen Ersatzanspruch bezüglich vergeblicher Aufwendungen jedoch abgelehnt, so dass die Berufung zurückzuweisen war. Der Anspruch auf teilweise Rückzahlung des Kaufpreises des Bauherrn sei infolge Aufrechnung mit dem Wertersatzanspruch gem. § 346 Abs. 2 Nr. 2 BGB des Baustoffhändlers erloschen. Der Aufwendungsersatz gem. §§ 433, 434, 437 Nr. 3, 281, 284 BGB entfällt, da der Bauherr die Mangelhaftigkeit entweder schon positiv kannte oder aber zumindest wegen der einbezogenen AGB rechtzeitig hätte erkennen müssen und somit keine Aufwendungen im Vertrauen auf den Erhalt der mangelfreien Leistung billigerweise hätte machen dürfen.

 

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